© Eduard-Mörike-Gymnasium Neuenstadt a. K.
Das Sozialpraktikum „Die   Zeit   meines   Sozialpraktikums   war   eine   wirkliche   Bereicherung   für   mich.   Ich   habe   in diesen    Tagen    vielseitige    Erfahrungen    gemacht,    die    tief    in    mir    wirken.    Sie    legen Änderungen   in   mein   Leben.   Ich   sah,   dass   das   Altenheim   für   die   Bewohner   eine   Heimat bedeutet.    Meine    Vorurteile    über   Altersheime    wurden    revidiert.    Die    dort    arbeitenden Menschen   sorgen   mit   viel   Liebe   für   die   ihnen   Anvertrauten.   In   einer   solch   liebevollen Umgebung    können    die    Bewohner    ohne    Angst    ihre    noch    verbliebenen    Fähigkeiten entfalten.   Sie   versuchen   sich   auch   gegenseitig   zu   helfen.   Diese   tätige   Nächstenliebe aller   hat   mich   tief   beeindruckt. Auch   ich   konnte   dort   meine   Befähigung   suchen,   denn   ich wurde     anerkannt     als     jemand     der     bereit     ist,     sein     Bestes     einzusetzen.“     Diese beeindruckenden   Worte   stammen   aus   dem   Bericht   eines   Schülers   unserer   Schule,   der im    Schuljahr    2005/2006    sein    Sozialpraktikum    bei    uns    absolviert    hat.    Nach    einem erfolgreichen    Probelauf    im    Schuljahr    2004/2005    war    nun    das    Sozialpraktikum    zum ersten   Mal   verpflichtend   für   alle   Schülerinnen   und   Schüler   der   11.   Klassen.   Durch   die   G 8-Reform   verschob   sich   ab   dem   Schuljahr   2009/2010   dann   das   Alter   der   Absolventen auf die 10. Klassen. Welche   Zielsetzungen   verbinden   sich   seit   Anbeginn   mit   einem   solchen   einwöchigen Sozialpraktikum,   das   einen   wesentlichen   Baustein   des   sozialen   Profils   unserer   Schule bildet?   Diese   Ziele   lassen   sich   dem   allschuljährlichen   Anschreiben   an   die   Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und die sozialen Einrichtungen entnehmen. Dort heißt es: Die Schülerinnen und Schüler sollen Erfahrungen   in   Lebensbereichen   sammeln,   die   ihnen   normalerweise   unbekannt sind; durch    direkte    Begegnung    und    aktives   Tun    Verständnis    gewinnen    für    einsame ältere   Menschen,   für   Behinderte,   für   Notleidende,   ganz   allgemein   für   Menschen, die nicht im Mittelpunkt unserer Gesellschaft stehen; als    Beitrag    zu    ihrem    Reifungsprozess    latent    vorhandene    innere    Einstellungen reflektieren   und   gegebenenfalls   korrigieren   und   zu   eigenem   sozialen   Engagement angeregt werden; ihre    gesammelten    Erfahrungen    auswerten    und    in    einem    Praktikumsbericht festhalten. Insgesamt   werden   die   Schülerinnen   und   Schüler   im   Religions-   oder   Ethik-Unterricht   auf dieses   Praktikum   vorbereitet   und   durch   einen   Lehrer-Tutor   betreut.   Am   Ende   wird   der oben   erwähnte   Bericht   zensiert   und   ersetzt   die   2.   Klassenarbeit   in   dem   jeweiligen   Fach. Und   schließlich   erhält   jeder   Schüler   am   Ende   des   Schuljahres   zu   seinem   Zeugnis   ein Zertifikat   für   sein   soziales   Engagement   –   ausgestellt   (immer   aber   auch)   in   Abstimmung mit dem jeweiligen sozialen Einsatzort, dessen Rückmeldung wir erhalten. Bis    heute    haben    alle    Schülerinnen    und    Schüler    das    Sozialpraktikum    erfolgreich durchlaufen.   Die   Beurteilungen   der   sozialen   Einrichtungen,   in   denen   die   Jugendlichen tätig    waren,    verdeutlichen,    dass    sie    hier    oft    als    „freundlich,    aufgeschlossen    und hilfsbereit“    empfunden    wurden.    Auch    nach    unseren    Eindrücken    aus    persönlichen Gesprächen   und   aus   den   Erfahrungsberichten   können   wir   schließen,   dass   die   erhofften Ziele   und Absichten,   die   mit   dem   Sozialpraktikum   verbunden   sind,   erfüllt   werden.   Hören wir   noch   einmal   den   Schüler   aus   dem   ersten   Jahrgang,   der   exemplarisch   verdeutlicht, welche   Spuren   das   Sozialpraktikum   in   eine   Schülerbiografie   am   EMG   zu   legen   vermag: „Ob   das   Sozialpraktikum   eine   Möglichkeit   für   uns   Ju-gendliche   allgemein   ist?   Ja,   es   ist eine   Chance,   etwas   Neues   zu   entdecken,   abseits   vom   Schulalltag   seine   Fähigkeiten einzubringen   und   auch   seine   Grenzen   zu   erkennen.   Beim   Versagen   muss   man   aber nicht    eine    „6“    befürchten,    sondern    man    kann    nochmal    neu    beginnen.    Ein    solches soziales   Engagement   ermöglicht   neue   Erfahrungen   für   jeden,   der   bereit   ist,   die   Heraus- forderungen anzunehmen, und der mit Herz und Liebe Lösungen suchen geht.“ Dr. Michael Marker, Leiter des Sozialpraktikums am EMG
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