© Eduard-Mörike-Gymnasium Neuenstadt a. K.
Besuch des Kosmonauten Gennadi Padalka am DLR Am   27.04.2016   durften   sechs   Schüler   des   EMG   unter   Leitung   von   Herrn   Mandelas   das DLR   in   Lampoldshausen   besuchen,   wo   der   russische   Kosmonaut   Gennadi   Iwanowitsch Padalka   einen   Vortrag   über   seine   Zeit   auf   der   Internationalen   Raumstation   hielt   und anschließend für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung stand. Als   der   Kosmonaut   im   Vortragsraum   ankam,   wurde   er   zuerst   von   einem   Vertreter   des DLR    begrüßt,    der    die   Aktivitäten    und    Kernkompetenzen    des    DLR    Lampoldshausen darstellte.   Dabei   wurden   Einblicke   in   die   Entwicklungsarbeit   und   den   Testbetrieb   am Standort geboten, die den europäischen Beitrag zum Betrieb der ISS erst ermöglichen. Daraufhin   stellte   ein   Freund   Padalkas   die   Biografie   des   Kosmonauten   vor,   bei   dem   es sich   um   den   Menschen   mit   der   längsten   Zeit   im   All   handelt.   Er   verbrachte   bereits   878 Tage,   verteilt   auf   fünf   Raumflüge   und   auf   zwei   verschiedene   Raumstationen,   im   All, davon waren knapp 38h Außenbordeinsätze. Schließlich   ergriff   Padalka   selbst   das   Wort   und   begrüßte   uns   alle   recht   herzlich   als Freunde,   da   wir   in   der   Raumfahrt   erfolgreich   kooperieren,   wie   er   sich   das   auch   in anderen Bereichen wünsche. Er   begann   die   Präsentation,   in   der   er   uns   auf   seinen   Missionen   gemachte   Bilder   zeigte, anhand   derer   er   uns   den   Alltag   und   auf   der   Internationalen   Raumstation   gesammelte Eindrücke näher brachte. Besonders   am   Herzen   lag   ihm   dabei   die   Schönheit   der   Natur   und   die   Verletzlichkeit   der Biosphäre,   die   besonders   beim Anblick   der   hauchdünnen Atmosphäre   deutlich   wird.   Wir sahen   Bilder   unglaublich   bunter   Landschaften,   wunderschöne   Muster,   die   die   Felsen und   Dünen   in   den   Wüsten   bilden   und   unzählige   kreisrunde   Felder   rund   um   die   Oasen   in den trockenen Gegenden der Erde. Aber    auch    die    aus    dem    All    erkennbare    Zerstörung    ganzer    Gegenden    durch    den Menschen,   wovon   z.B.   die   kläglichen   Reste   des   Kaspischen   Meers   zeugen,   bekamen wir gezeigt. Eindrucksvoll   waren   auch   Nachtaufnahmen   der   dicht   besiedelten   Gebiete   Eurasiens   und des    Mittelmeerraums,    da    jede    Metropole    eine    Art    Fingerabdruck    hatte,    der    durch unzählige    beleuchtete    Straßenzüge    gebildet    wird.    Faszinierend    war    besonders    eine Zeitrafferaufnahme   eines   solchen   Nachtüberfluges   von   den   britischen   Inseln   bis   ans Rote    Meer,    wo    sich    eine    leuchtende    Stadt    an    die    nächste    reiht,    durchzogen    von aufblitzenden Gewitterzellen. Vom Alltag und dem Betrieb der ISS sahen wir viele, oftmals unterhaltsame, Szenen. Interessant   war,   wie   sich   der   amerikanische   Beitrag   zur   Versorgung   der   ISS   gewandelt hat,    weg    von    den    Spaceshuttles    hin    zu    privaten    Raumfahrtunternehmen    mit    ihren unbemannten Kapseln. Videos   der   Verköstigung   der   Besatzung   brachten   die   Zuschauer   immer   wieder   zum Lachen,   für   Erdlinge   ist   es   immerhin   nicht   alltäglich,   dass   man   an   der   „Decke   hängend“ über dem Tisch isst und sich gegenseitig Nahrung und Wasserblasen in den Mund wirft. Die   Größe   der   ISS   wird   einem   meist   erst   bewusst,   wenn   man   sich   eine   „Führung“   durch alle   Module   ansieht,   1200m³   sind   eben   doch   eine   Menge   Platz,   die   aber   auch   gewartet werden      wollen.      Dies      geschieht      regelmäßig      auf      Außenbordeinsätzen,      den eindrucksvollsten    Tätigkeiten    bei    Raumflügen.    Aufnahmen,    die    Padalka    dabei    mit Actioncams gemacht hatte, belegen das zweifellos. Um   auf   die   Erde   zurückzukehren,   muss   sich   jeder   Kosmonaut   zu   Ende   seiner   Mission wieder   in   die   enge   aber   zuverlässige   Sojus-Kapsel   setzen,   in   der   die   Kosmonauten   bis zum    Ausstieg    aus    der    Kapsel    in    der    kasachischen    Steppe    in    Embryonalstellung verharren. Nach    Padalkas    Präsentation    hatten    wir    Gelegenheit    dem    Kosmonauten    fragen    zu stellen.   In   seinen   Antworten   betonte   er,   dass   es   nun   an   unserer   Generation   liegt,   den Planeten   zu   bewahren   und   unnötige   internationale   Konflikte   zu   vermeiden.   Wir   sollen uns   ein   Beispiel   an   der   Kooperation   in   der   Raumfahrt   nehmen,   denn   Padalka   ist   davon überzeugt,     dass     die     Menschheit     nur     gemeinsam     weiter     voranschreiten     und beispielsweise in einigen Jahrzehnten auf dem Mars landen kann. Wir   hatten   zudem   das   Glück,   dass   Padalka   sich   auch   nach   dem   offiziellen   Ende   des Programms    noch    Zeit    nahm,    um    sich    mit    uns    zu    unterhalten.    Dabei    bot    sich    die Gelegenheit,    ein    Gruppenfoto    des    Ausflugs    gemeinsam    mit    dem    Kosmonauten    zu machen. Um   viele   Impressionen   rund   um   eine   faszinierende   Person   reicher   fuhren   wir   schließlich wieder nach Hause. Clemens Berger (ehemaliger Schüler)
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