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Geschichtsexkursion der Kursstufe nach Struthof Die   12.   Klassen   der   Geschichtskurse   von   Frau   Bartmann,   Frau   Strütt-Siewert   und   Herrn Springer    fuhren    für    einen    Tag    in    Richtung    Elsass    –    Ziel    war    das    ehemalige Konzentrationslager   Struthof   in   den   Vogesen,   40   km   westlich   von   Strasbourg   gelegen. Struthof   ist   das   einzige   Lager   auf   französischem   Boden.   Im   Herbst   1940   begann   die   SS nach   dem   Sieg   über   Frankreich   dort   ein   Lager   in   etwa   1000m   Höhe   zu   errichten.   In   den Seitentälern   der   Vogesen   finden   sich   zahlreiche   Granitvorkommen,   auch   roter   Granit, den    Hitlers    Stararchitekt   Albert    Speer    für    seine    Bauvorhaben    nutzen    wollte.    In    das terrassenförmig   angelegte   Lager   wurden   nun   vor   allem   politische   Häftlinge   (besonders der   frz.   Résistance)   gebracht,   die   nun   unter   menschenunwürdigen   Bedingungen   im nahegelegenen    Steinbruch    Granit    abbauen    mussten.    Die    extremen    klimatischen Bedingungen    verschlechterten    die    Lage,    die    durchschnittliche    Überlebensdauer    der Häftlinge    lag    bei    drei    Monaten.    Neben    der    Zwangsarbeit    fanden    aber    auch    noch Menschenversuche      für      die      „Reichsuniversität“      Straßburg      statt.      So      wurden Lebendexperimente    mit    Typhusinfektionen,    Senfgas,    aber    auch    Sezierungen    bei lebendigen    Häftlingen    vorgenommen.    Etwa    28000    Menschen    wurden    in    Struthof ermordet.   Besonders   schockierend   empfanden   wir   auch   die   Tatsache,   dass   zwei   der verantwortlichen    Mediziner    nach    1945    weiter    praktizieren    durften,    einer    sogar    eine Professur    in    Deutschland    erhielt.    Nach    dem    Besuch    des    Lagers    schloss    sich    eine Besichtigung   der   neu   gestalteten   Dokumentationsstätte   an,   hier   wurden   auch   andere Außenstellen   vorgestellt,   so   auch   Kochendorf;   von   dort   wurden   auch   Häftlinge   nach Struthof   überstellt.   Der   Besuch   des   Lagers   hat   uns   beeindruckt   und   wird   auch   noch nachwirken.   Die   Zunahme   von   neonazistischen   Straftaten   –   auch   in   Baden-Württemberg –   macht   Exkursionen   an   Orte   von   Willkür,   Intoleranz,   Folter   und   Mord   wichtiger   denn   je. Ein herzlicher Dank ergeht an den Förderverein für die Unterstützung dieses Vorhabens. (Christine Strütt-Siewert)
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